An unbekannte Orte Reisen

Das Kino ist ein Ort, wo man an unbekannte Orte reisen kann, auch wenn es nur in der Phantasie ist. Orte, welche geographisch nicht existieren, sondern uns eine Wahrnehmung der Welt ermöglichen, die neu ist. Doch waren in den Anfangsjahren des Kinos, nicht das Hollywoodkino oder die romantischen Filme die beliebtesten Genres, sondern die Reisefilme. Reisefilme wie beispielsweise die Bergfilme erfreuten sich einer großen Faszination. Denn die Steilwände, die schwindelerregenden Höhen, Eis und Schnee, all das reizte in den 1930er Jahren die Menschen und das machten sich die Filmemacher zu nutzen. Denn schon seit mehr als 100 Jahren gehören die Kameras zum Gepäck der Bergsteiger. Mit ihnen halten sie die schwierigsten Aufstiege und Seilschaften fest, aber auch die Schönheit sowie die Faszination der Berge. In Deutschland gehören die Reisefilme über die Berge, die sogenannten „Bergfilme" schon seit den 1920er und 1930er zu dem beliebtesten Genre im Kino. Mit diesem Thema verbinden viele noch Namen wie Luis Trenker und Leni Riefenstahl.

Der Bergfilm ist auch im neuen Jahrtausend angekommen

Doch aufgrund dessen, das es mit der moderne und der Technik heute viele Reisedokumentationen und Filme auch im Fernsehen gibt, hat sich das Genre Reisefilm so ziemlich aus dem Kino verabschiedet. Doch mit dem Film „Nordwand“ (2008), ist dieses Genre im neuen Jahrtausend angekommen. Dieser Film ist ein Aufwendiges Fiction Drama und handelt von der großen Tragödie am Eiger im Jahr 1936, wo vier Bergsteiger ihr Leben gelassen haben. Drei von ihnen starben aufgrund von Steinschlag und der Vierte erfror in dem verknoteten Seil, vor den Augen der Rettungsmannschaft, da diese ihn nicht erreichen konnten. Hier wird nicht nur aufwendiges Filmmaterial präsentiert aus früheren Filmexpeditionen, sondern es werden auch ganz exclusive Aufnahmen gezeigt von dem Ski-Kameramann Willy Bogner, der auch die Szenen der James-Bond-Filme auf Zelluloid festgehalten hat.