Spanisch Lernen in Südamerika

Als Vorbereitung für einen längeren Aufenthalt in Südamerika eignet sich vorausgehend bei geringfügigen Spanisch Sprachkenntnissen in jedem Fall ein Sprachkurs. Reisende in Südamerika sollten sich weniger darauf verlassen, dass die Einheimischen insbesondere in ländlichen Gebieten Englisch sprechen. Einige Brocken Spanisch zu lernen ist mehr als hilfreich und sinnvoll, um Verständnisschwierigkeiten bei der Weiterreise entgegen zu wirken. Quito in Ecuador, Peru und Kolumbien sind durch ihre klare Aussprache sehr gute Sprachreise Ziele. Sprachreiseveranstalter, wie z.B. Sprachcaffe, bieten verschiedene Kurse für alle Sprachlevel meist in den Großstädten wie Bogota, Quito oder Lima nicht zuletzt wegen dem guten Freizeitangebot an. In den Großstädten finden Sprachlernbegeisterte unter ihren gleichgesinnten Lernpartnern schnell Anschluss. Das Sprachlernerlebnis findet über das Klassenzimmer hinaus statt. Unterrichtet von qualifizierten Muttersprachlern, die neben sprachlicher Kompetenz auch die jeweilige Landeskultur mit vermitteln, wird binnen kurzer Zeit von wenigen Wochen nachhaltiger Sprachfluss erlangt. Abends wird dann beim internationalen Kochabend mit anderen Sprachschülern oder beim Umtrunk im südamerikanischen Nachtleben die Theorie in die Praxis umgesetzt. Auch die äußerst gastfreundliche und herzliche Bevölkerung ist stets bemüht, den Reisenden weiter zu helfen. Wer es zumindest auf Spanisch versucht, will auch verstanden werden.

Das kommt mir Spanisch vor- das „andere“ Spanisch Lateinamerikas

Im Vergleich zum spanischen Festland, der Herkunft des Hochspanisch, dem so genannten „castellano“ hat sich in Lateinamerika ein etwas abgewandelter spanischer Dialekt heraus kristallisiert. Neben den sprachlichen Abwandlungen und Unterschieden in der Aussprache, welche je nach Land variiert, gibt es auch grammatikalische Unterschiede zum Hochspanisch. Allgegenwärtig in Lateinamerika ist der Verzicht des „Lispelns“ beim s-Laut. Das Pretérito perfecto compuesto (deutsches Perfekt) wird beispielsweise nie verwendet, sondern eher durch die einfachen Vergangenheitsformen Pretérito imperfecto oder Pretérito perfecto simple ausgedrückt. Auch die 2. Person Plural „vosotros“ ist in Lateinamerika fast gänzlich ausgestorben und wird einfach durch die 3. Person Plural „ustedes“ ersetzt. Also eine Form weniger zu lernen beim Konjugieren. Den Latinos kommt die Verwendung von vosotros als eher altbacken und hinterwäldlerisch vor. In jedem Fall ist es ein eindeutiges Indiz für die spanische Herkunft eines Sprechers, oder dass er (bei Nicht-Muttersprachlern) seine Sprachkenntnisse auf der iberischen Halbinsel erlangt hat. Einige Länder Lateinamerikas nutzen jedoch dafür eine Abwandlung des Dus: „vos“. Entweder wird das „tú“ komplett durch „vos“ ersetzt, wie z.B. in Argentinien, Paraguay und Uruguay oder beide Varianten sind möglich, wie in den Ländern Bolivien, Chile, Kolumbien, Ecuador und Venezuela.